Basenpufferkapazitätstest

      Im Zentrum des Säure-Basen-Gleichgewichts steht immer die Aufrechterhaltung des Blut- und Gewebe-pH-Wertes (potentia Hydrogenii, Aktivität freier Wasserstoffprotonen= saure Valenzen). Sind jedoch die Puffersysteme überlastet oder erschöpft, entfernt sich der pH-Wert u.U. zu sehr von der Norm. U.a. können sich im Blut die Fließeigenschaften verschlechtern. Der Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Zellprodukten wird dadurch eingeschränkt oder empfindlich gestört.

      Unser Augenmerk liegt auf der chronischen Übersäuerung, der sog. latenten Azidose. Der Begriff „latent“ bedeutet so viel wie „versteckt“ und weist auf einen chronischen Zustand hin, der sich zunächst nicht besonders bemerkbar macht. Die latente Azidose bzw. chronische Übersäuerung ist weit häufiger in der Praxis zu beobachten als bislang angenommen. Sie kommt zustande durch eine Verminderung der sog. Pufferkapazität und führt zu einer geringfügigen Verschiebung des pH-Wertes im Bindegewebe zum Sauren hin.  Das ist nur durch eine komplizierte indirekte Technik messbar. Die chronische Übersäuerung verläuft ohne spezifische klinische Symptome, d. h. körperliche Veränderungen sind zunächst kaum spürbar. 

      Langfristig bestehende Änderungen des Säure-Basen-Gleichgewichts können früher oder später Auswirkungen auf verschiedene Körperfunktionen haben. Entsprechend unterschiedlich sind die Symptome einer Übersäuerung. Auf Grund fehlender typischer Symptome bleibt sie oft über Jahre unentdeckt.

      Symptome einer Übersäuerung können sich beim Allgemeinbefinden zeigen:

      •  Müdigkeit und Erschöpfung
      •  Verringerte Leistungsfähigkeit
      •  Nachlassende Konzentration
      •  Erhöhte Stressempfindlichkeit
      •  Nervosität & Schlafstörungen
      •  Burnout

      Symptome einer Übersäuerung können auch “handfeste” körperliche Beschwerden verursachen:

      •  Verminderte Widerstandskraft gegen Infektionen
      •  Muskel- und Gelenkbeschwerden
      •  Veränderungen der Haut, Haare und Nägel

      Ein Überschuss an Säure kann langfristig auch die Festigkeit der Knochen beeinflussen. Daher sollten wir auf eine ausgewogene Ernährung mit viel basisch wirksamen Obst und Gemüse achten – dies stärkt die Knochengesundheit. In Ländern mit hohem Obst- und Gemüseverzehr und niedrigem Verzehr von tierischem Eiweiß ist die Knochenfestigkeit im Alter deutlich höher (sog. „mediterrane Küche“).

      Ein Säureüberschuss kann sich aber auch negativ auf die Elastizität des Bindegewebes (Muskeln, Sehnen, Bänder, etc.) auswirken. Gerade bei Gelenkbeschwerden kann dies von Bedeutung sein. Fehlen bei betroffenen Personen ausreichend basenbildende Lebensmittel, steigt die Säurelast und damit auch die Beschwerden an. Eine ausreichende Basenzufuhr kann einer chronischen Übersäuerung entgegenwirken und trägt so zur Entlastung des Bindegewebes bei, was sich auch positiv auf die Gelenke auswirken kann.

      Der von mir genutzte Labortest bezieht sich auf die Vollbluttitration (VBT) nach Jörgensen und Stirum (keine pH-Wert-Messung des Urins). Der Test vermittelt ein sehr genaues Bild einer möglichen „chronischen Übersäuerung“. Es wird nicht nur der Säurehaushalt beurteilt, sondern im Gegensatz zur üblichen pH-Messung im arteriellen Blut, die Basenkapazität im Erythrozyten (intrazellulär) und in der extrazellulären Matrix (durch getrennte Analysenverfahren). Dadurch lässt sich nicht nur der Säure-Basen-Status differenziert analysieren und kontrollieren, sondern es lassen sich zudem sowohl Hinweise über den „Sauerstoff-Stoffwechsel“ gewinnen wie auch über die Notwendigkeit diverser orthomolekularer Ergänzungen.

       

       

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