Dr. Stephen Typaldos entwickelte das Fasziendistorsionsmodell (FDM) – ein klinisches, praxisorientiertes Behandlungsmodell, das viele Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf typische Verformungen der Faszien (sogenannte Distorsionen) zurückführt. Faszien sind bindegewebige Strukturen, die den ganzen Körper wie ein dreidimensionales Netz durchziehen: Sie umhüllen, stützen und verbinden Muskeln, Sehnen, Knochen, Nerven und auch Organe – gewissermaßen das stabilisierende „Körpernetzwerk“.
Im FDM wird angenommen, dass sich dieses Netzwerk durch Überlastung, Fehlbewegungen, Verletzungen oder alltägliche Belastungen „verziehen“ oder „verdrehen“ kann. Anschaulich lässt sich das mit einem verhedderten Fischernetz vergleichen. Ziel der Behandlung ist es, solche Fasziendistorsionen anatomisch zu korrigieren, damit Schmerzen nachlassen und die Beweglichkeit wieder zunimmt – oft unmittelbar spürbar und gut nachvollziehbar.
Im Unterschied zur Osteopathie, die sich ebenfalls mit Faszien befasst, konzentriert sich das FDM auf sechs klar definierte Distorsionstypen und darauf abgestimmte, gezielte Behandlungstechniken (häufig als Typaldos-Methode bezeichnet). Für die Diagnosestellung hat dabei die Schmerzgestik des Patienten/der Patientin eine besondere Bedeutung: Wie und wo jemand seinen Schmerz zeigt, liefert wichtige Hinweise auf die Art der Distorsion. Dadurch entsteht ein sehr pragmatisches Vorgehen, bei dem Patient/Patientin und Therapeut eng zusammenarbeiten – im besten Sinne Teamwork.
© 2025 Naturheilarzt und Internist Dr. med. Frank Sievers